Die Daimler-Tochter Car2go will anderen Carsharing-Angeboten in Berlin künftig kräftig Konkurrenz machen. Laut Ankündigung von Anfang März werde der Carsharing-Anbieter ab Ende April 1.000 Smarts zur flexiblen Miete in der Hauptstadt anbieten und übertrumpft damit den Wettbewerber DriveNow um einige hundert Fahrzeuge. Entscheidend beim One-Way-Carsharing ist jedoch auch das so genannte Geschäftsgebiet, in dem die Fahrzeuge kostenfrei wieder abgestellt werden können. Auch hier macht Car2go eine deutliche Ansage gegenüber DriveNow.

car2Go Geschäftsgebiet

Im heutigen Newsletter an Testnutzer in Berlin gab Car2go das künftige Geschäftsgebiet zur Anmietung und Rückgabe konkret bekannt. Schon bei der Vorankündigung wurde klar, dass die Daimler-Tochter Kunden ein deutlich größeres Nutzungsareal anbieten will, als DriveNow. Das Joint-Venture von Sixt und BMW lässt bisher die Rückgabe der Fahrzeuge nur im Stadtkern zu, weitgehend innerhalb des S-Bahn-Rings. Außerhalb dieses Geschäftsgebiets zahlt man bei DriveNow minütlich 10 Cent Parkgebühr. Car2go erweitert die Abstellmöglichkeiten für Mitglieder um angrenzende Ortsteile und große Wohngebiete in Randbezirken.

Die Kehrseite der Medaille

Das größere Geschäftsgebiet hat jedoch auch eine Schattenseite, denn Car2go wird bei weiten Fahrten zusätzlich zum Minutenpreis eine Kilometerpauschale verlangen. Wer mit einem der Smarts mehr als 20 Kilometer fährt, zahlt anders als bei DriveNow zusätzlich 29 Cent für jeden weiteren Kilometer. Eine Fahrt vom einen Ende der Stadt zum anderem, kann dann also schnell teuer werden, zumal je gefahrener Stunde ohnehin schon 12,90 Euro anfallen. Dies ist durch eine Reduzierung des Minutenpreises bei einer längeren Nutzung günstiger, als bei DriveNow, die je Stunde 17,40 Euro bzw. weiterhin 29 Cent pro Minute verlangen. Allerdings hat die Flexibilität des Einweg-Konzepts für die Nutzer generell einen hohen Preis. Im Vergleich zu stationsgebundenen Carsharing-Angeboten beispielsweise von Flinkster oder „Hertz On Demand“ zahlt man ein Vielfaches mehr pro Stunde, wobei hier immer ab dem ersten Kilometer geringere Streckengebühren hinzukommen.

Kaum Reaktion seitens DriveNow

Seit der Ankündigung des Starts von Car2go hat sich bei DriveNow wenig getan. Eine erste verhaltene Reaktion könnte die Anpassung der Vorteilskonditionen im Kunden-werben-Kunden-Programm sein. So können sich neu geworbene Mitglieder nun für rund 10 Euro statt bisher knapp 30 Euro anmelden – die Registrierung bei Car2go wird ebenfalls nur knapp 10 Euro kosten. Zum offiziellen Start von Car2go Ende April kann sicher mit einer Gegenaktion von DriveNow gerechnet werden. Ob jedoch ein echter Preiskampf ausbricht, vor allem in Bezug auf die viel zu hohen Minutenpreise, bleibt fragwürdig. Noch ist der Markt des One-Way-Carsharings in Berlin mit nur zwei Anbietern überschaubar, mehr Wettbewerb wäre aus Kundensicht daher natürlich erfreulich.

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