Es war zu erwarten, dass DriveNow auf den Start von Car2go reagiert und das bislang deutlich kleinere Geschäftsgebiet und die ebenso geringere Fahrzeugzahl ausbaut. So überraschte uns die Nachricht aus München kurz vor dem Start der Konkurrenz von Daimler wenig. Ein 30 Quadratkilometer größeres Geschäftsgebiet und 150 weitere Wagen sollen die Kunden halten, die bislang am Rand oder außerhalb des Nutzungsareals wohnen. Wir haben den Vergleich zum bisherigen Geschäftsgebiet und dem von Car2go gezogen.

Größer, aber nicht groß genug?

Das Gebiet, in dem die DriveNow-Fahrzeuge abgeholt und wieder abgestellt werden können, wird ab 3. Mai im Wedding, in Pankow, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf deutlich erweitert. Allerdings fehlen im Vergleich zu Car2go noch weite Teile des Stadtgebiets nördlich und südlich vom S-Bahnring sowie große Wohngebiete im Osten und Westen.

Geschäftsgebiete von Car2go und DriveNow im Vergleich

Die Geschäftsgebiete von Car2go und DriveNow im Vergleich

Im Zuge der Erweiterung soll auch die Anzahl der Fahrzeuge der Marken BMW und Mini auf rund 500 aufgestockt werden. Zum Vergleich: Car2go stellt nach eigenen Angaben 1.000 Smarts in Berlin bereit. DriveNow kann hier also weiterhin nur mit den komfortableren und vielseitigeren Fahrzeugen punkten. Dies kommt vor allem dem Spaßfaktor zu Gute, da man im Sommer sicher eines der wenigen Mini Cabrios einem Smart mit festem Dach vorzieht. Ansonsten braucht man für das „Oneway-Carsharing“, das am ehesten als Taxi-Alternative anzusehen ist, wohl eher selten ein Fahrzeug mit mehr als zwei Sitzen.

Außerhalb des Geschäftsgebiets übernachten?

Den Nachteil durch das kleinere Geschäftsgebiet will die Sixt-Tochter künftig durch ein „Overnight-Special“ ausgleichen. So soll ab einem noch nicht bekannten Zeitpunkt an den Wochentagen Sonntag bis Donnerstag zwischen 0 und 6 Uhr der Parkmodus gebührenfrei werden. Damit könnten DriveNow-Kunden beispielsweise auch außerhalb des Geschäftsgebietes über Nacht kostenfrei parken und das Fahrzeug morgens wieder in das Geschäftsgebiet zurückfahren. Auch wer weiß, dass er am nächsten Morgen ein Fahrzeug braucht, kann es sich entsprechend blocken und vor die Haustür stellen. Allerdings ist das Zeitfenster doch sehr klein. Wer ernsthaft mal woanders übernachtet, zahlt vor 0 und nach 6 Uhr weiterhin 10 Cent pro Minute, sprich sechs Euro stündlich. Ist man also schon um 20 Uhr auswärts zu Besuch, um noch etwas vom Abend zu haben, und muss am nächsten Morgen erst um 8 Uhr los, kommen satte 48 Euro allein für die nächtliche Standzeit auf einen zu. Dann sollte man doch weiterhin eher auf ein stationsgebundenes Carsharing-Angebot zurückgreifen, wo die Stundentarife deutlich günstiger sind und teilweise auch vergünstigte Nachtpreise gelten.

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