Bislang arbeitet Carsharing-Anbieter DriveNow mit einem externen Boardcomputer für die Abwicklung der Mietvorgänge. Mit der Einflottung der neuen BMW-1er-Generation greift die BMW-Tochter erstmals auf das hauseigene Boardsystem „iDrive“ zurück. Wir konnten das neue System im Vorfeld testen, wobei wir Vor- und Nachteile feststellten.

Mit der Einführung der neuen BMW 1er stellt DriveNow auf iDrive um

In der Betaphase kommen zunächst bis zu einhundert Wagen mit der neuen Technik in den drei deutschen Städten Berlin, Düsseldorf und München zum Einsatz. Zur Einführung bittet DriveNow um Feedback seiner Kunden zum neuen System. Später soll die Flotte dann auf 400 Fahrzeuge erweitert werden. Neben den Modelländerungen des 1er BMW selbst und den beigelegten Kindersitzen, bringt die Umstellung auf das BMW-Boardsystem „iDrive“ Neuerungen für die DriveNow-Kunden mit sich. Die gewohnten Touchscreens in der Mitte des Amaturenbretts wurden dabei ersetzt durch einen größeren Bildschirm. Die Steuerung wird allerdings nur noch über das drehbare Bedienelement neben dem Schalthebel vorgenommen. Vor Fahrbeginn erhält der Mieter eine kurze Einführung in das neue System, das DriveNow zwar als intuitiv bedienbar beschreibt, das aber aus unserer Erfahrung etwas Eingewöhnung braucht.

Die Bedienung des Boardcomputers geschiet über einen Joystick

Das Hauptargument für „iDrive“ ist natürlich die enge Verknüpfung mit dem fahrzeugeigenen Bordcomputer, die künftig einige Verbesserungen verspricht. Der Nachteil liegt allerdings vor allem in der gewöhnungsbedürftigen Bedienung. Wer das System bereits gewohnt ist, kann es zwar wahrscheinlich „blind“ bedienen, jedoch werden viele Carsharing-Kunden „iDrive“ zum ersten Mal nutzen. Zudem wechselt man beim Carsharing häufiger die Fahrzeuge und so kostet eine Eingewöhnung immer wieder Zeit und Nerven. Hier konnten die Touchscreens bisher punkten. Gerade unter Carsharing-Nutzern sollte die Smartphone-Dichte sehr hoch und die Bedienung damit gewohnt sein. Auch generell ist ein Touchscreen intuitiver, da man einfach berührt, was man auswählen will, statt mit Drehen und Drücken ans Ziel zu gelangen.

Verbesserte Navigation wird von Kinderkrankheiten überdeckt

Besonders in Hinblick auf die Navigation verspricht das BMW-eigene System eine deutliche Besserung gegenüber der bisher eingesetzten Google-Lösung. Im Test haben wir dennoch die Spracherkennung vermisst, welche bisher die freihändige Zieleingabe ermöglichte. Die eine oder andere „Kinderkrankheit“ des Systems wird sicher im Laufe des Betatests beseitigt. So gab es bei unserem Test beim Springen zwischen dem Bildausschnitt der Navigation und der daneben gezeigten Geschäftsgebietskarte von DriveNow hin und wieder Probleme.

Die vollwertige Navigation ist ein Vorteil gegenüber dem alten System

Auch der ohnehin schon eher lästige Mietvorgang hat durch die Umgewöhnung noch länger gedauert. Das liegt an einigen kleinen Unwegsamkeiten, die das neue System mit sich bringt. So bleibt noch Potenzial zur Verbesserung. Ein Beispiel: wir mussten nach der PIN-Eingabe, die durch das Drehen zu den entsprechenden Zahlen ohnehin länger dauert, immer noch mal zu „OK“ wechseln. Da es sich immer um vier Ziffern handelt, könnte man nach der Eingabe der letzten Stelle diesen Schritt vorweg nehmen. Insgesamt ist der nun eingeschlagene Weg, auf das hauseigene System zu setzen, aber natürlich nachvollziehbar. Ob es bei den Kunden im schnelllebigen Carsharing-Alltag jedoch überzeugen kann, bleibt abzuwarten.

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