Sixt ändert Carsharing-Modell: DriveNow ersetzt Sixti Car Club

Der Sixti Car Club hatte das Carsharing in Berlin deutlich attraktiver gemacht. Durch den Preiskampf zwischen DB Carsharing (heute Flinkster) und Connect by Hertz (heute Hertz On Demand) profitierten die Carsharing-Kunden. Nun wandelt Sixt sein Angebot in Zusammenarbeit mit BMW in ein Einweg-Carsharing-Modell um, wie es Mercedes schon seit geraumer Zeit mit “Car2go” erprobt. Dabei erfolgt die Abrechnung nicht mehr auf Stunden- und Kilometerbasis, sondern nur noch minütlich – nicht immer zum Vorteil der Kunden.

Flexibilität durch Einweg-Miete

BMW und Sixt stellen ab 29. September Hunderte Fahrzeuge im Berliner Stadtzentrum bereit

Die Abholung und Rückfahrt an festen Stationen entfällt. Künftig können die Fahrzeuge innerhalb des S-Bahn-Rings im Straßenland oder auf ausgewählten Parkplätzen abgestellt werden. Somit sind auch Einwegfahrten möglich. Über die Website, eine Hotline oder die DriveNow-Handy-App können die Fahrzeuge zur nächst möglichen Anmietung lokalisiert werden. DriveNow ist also eher eine Alternative zur Taxifahrt und das Modell vergleichbar zu dem der bekannten Leih-Fahrräder der Bahn.

Kritik am Preismodell

Bereits nach der Ankündigung des Modellwechsels in München vor einigen Wochen kam einige Kritik auf, da DriveNow in vielen Fällen unter dem Strich deutlich teurer ist, als der Sixti Car Club bisher. Gerade Kunden, die das Carsharing-Angebot für Fahrten in Randbezirke oder das Umland mit längeren Standzeiten genutzt haben, zahlen bei DriveNow durch die hohen Standgebühren drauf. Eine einstündige Hin- und Rückfahrt über 30 Kilometer mit einem Mini sowie drei Stunden Standzeit kosten künftig 32,90 Euro. Beim Sixti Car Club zahlte man dafür tagsüber nur 16,50 Euro und in den Abendstunden sogar noch weniger.

Preisvergleich zwischen DriveNow und Sixti Car Club bei einer typischen Mini-Nutzung: einstündige Fahrt über 30 Kilometer sowie drei Stunden Standzeit

Auch die Planungssicherheit wird von den Kunden in Frage gestellt. Wusste man vorher, wo man die Fahrzeuge in seiner Nachbarschaft abholen konnte, muss man nun auch mal mit weiteren Wegen rechnen. Außerdem bleiben Kunden auf der Strecke, die außerhalb des Innenstadtrings wohnen.

Carsharing der Zukunft?

Autovermieter Sixt spricht von einem zukunftsweisenden Modell bei der Ankündigung des Joint-Venture mit BMW. Sicher bietet das “One-Way-Prinzip” Carsharing-Kunden auch Vorteile. Wie oft man jedoch in eine Richtung fährt und sich für den Rückweg ggf. auf die Verfügbarkeit eines anderen DriveNow-Fahrzeugs verlassen will, um die hohen Standkosten zu vermeiden, bleibt fraglich. Für Fahrten in umliegende Bezirke lohnt das Modell kaum noch. In der Innenstadt ist man jedoch mit Bus und Bahn oft schneller. Auch war die Stationsabdeckung mit einigen Dutzend Wagen bisher schon gut. Künftig sollen nun Hunderte Autos in der ohnehin verstopften Innenstadt platziert werden. Wie praktisch das neue Modell also wirklich ist, wird sich im Wettbewerb mit klassischen Carsharing-Angeboten zeigen müssen. Die Kritik der Mitglieder vom Sixti Car Club ist jedenfalls angekommen. Obwohl das Sixt-Team vom neuen Modell überzeugt sei, bietet Stadtmobil über eine Kooperation nun die alten Tarife für bisherige Club-Mitglieder weiter an.

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9 Antworten auf Sixt ändert Carsharing-Modell: DriveNow ersetzt Sixti Car Club

  1. Stefan sagt:

    Danke für den Post!
    Da fässt man sich doch an den Kopf: Nehm ich mir jetzt nach dem Club Besuch lieber Drive Now als ein Taxi? Achso neee geht ja nicht, wohn ja außerhalb des Rings… und trinken darf ich dann auch nichts. Aber mal angenommen ich wohne Innerhalb des Rings: Naja dann könnte ich ja zum Einkaufen Drive Now nehmen. Immerhin kann ich das Auto vor meiner Tür einfach abstellen. Muss nur vorher eins in meiner nähe – es entscheidet der Zufall – finden und abholen. Wie? Taxi? Öffentliche?
    Ich zweifle daran, dass die Zukunft des Car Sharings so aussieht!

  2. Nur Hertzondemand.com bietet aktuell eine vernünftige Alternative in Berlin. Als Sixtiekunde kann man sich bis 30.September auch kostenfrei beim eher biederen Stattauto anmelden.

    • Dominique sagt:

      nach dem carsharing-Test in RBB am 26.Sept.2011 http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_26_09_2011/was__testet__car_sharing.html sind mit die Kriterien nicht klar, nach denen bewertet wurde.
      Dass die Höhe der Selbstbeteiligung im Schadensfall, fehlende Aufnahmegebühr und Monatsbeiträge bei der Bewertung offenbar ausschlaggebend ist, naja. -Was ist, wenn man mal wirklich fahren möchte und dann die Rechnung liest ;-)
      “Konventionelle” carsharing-Anbieter müssen durch ihre moderaten Monatsbeiträge nicht alle paar Jahre ihre Kundenlisten um “Karteileichen” bereinigen, die nur zum Spass eingetreten sind.
      Das Management von SCC hat wohl kurz überlegt, was sie als nächstes tun möchte: ‘Firma runterfahren und unter neuem Namen wieder anmelden’ – so werden sie ihre “Karteileichen” auch wirkungsvoll los.

      Frage an Joachim Röhl:
      1.) was genau verstehst Du unter “vernünftige Alternative” und
      2.) was genau verstehst Du unter “biederen Stattauto”?

  3. Stefan sagt:

    Kann es sein, dass man direkt auf die alten SCC Kunden pfeift? Ich hab vom SCC ein verknittertes Schreiben über ne Kündigung erhalten und das wars… nix von wegen: melden sie sich doch bei drive now an o.ä..
    Im Grunde war es mir auch nicht wichtig, aber grundsätzlich – so dachte ich – gibt es die Möglichkeit kostenlos Drive Now Kunde zu werden!? Wenn die das bei jedem SCC Kunden so machen, fürchte ich, werden sich einige auf den Schlipps getreten fühlen.

  4. Ulrike sagt:

    Manchmal frage ich mich, wer sich solche Grütze ausdenkt. Der SCC hat vom Nutzer bzw. der Nutzerin gedacht und entsprechend Standorte wie Preise kalkuliert. Jetzt kommt BMW und meint mit seinen dicken Preisen entsprechend der dicken Schlitten das CarSharing praktizieren zu müssen. Ich finde es nicht in Ordnung, dass nun gewechselt werden muss. Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass BMW kundenfreundlich agiert und auch bei der alternative Stadtmobil bin ich mir noch nicht sicher, schon allein, weil nicht so viele Standorte vorhanden sind. Außerdem bin ich auf Automatik angewiesen und da war der SCC mit seinen vielen Smart-Standorten stadtweit unschlagbar. Ich hoffe, Verantwortliche von Sixt und BMW lesen die Briefe und Kommentare und überdenken so manche bisherige Geschäftsstrategie.

  5. Pingback: Flinkster lockt ehemalige Kunden vom Sixti Car Club - Carsharing Berlin

  6. Pingback: Hertz On Demand schenkt Sixt-Kunden 10 Euro Fahrtguthaben - Carsharing Berlin

  7. @Dominique, kuckt Dir einfach mal Mietkonditionen, Fuhrpark plus Lokalitäten bei Hertzondemand.com bzw. Stattauto.de an, dann findest Du schnell die Antwort

  8. Pingback: Hertz streicht Freikilometer für Carsharing-Kunden - Carsharing Berlin

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